Riester-Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung

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dailer91
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Riester-Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung

#1

Beitrag von dailer91 » Di 2. Jul 2019, 18:34

Guten Tag Gemeinde,

da bei mir demnächst ein Versicherungswechsel ansteht und ich gerade hinsichtlich der KFZ im Vergleich zu meiner derzeitigen Versicherung (Signal-Iduna) ordentlich Geld spare, kommen bei mir auch wieder die Fragen auf: Lohnt sich eine BU? Was ist von der Rister-Rente zu halten?

Vorab, habe ich seit rund 3 Jahren eine BU laufen, allerdings mit einem Fixbetrag, keine Dynamik, wie es viele mit "Inflationsausgleich" begründen.
Dennoch kostet mich der Spaß rund 54€ im Monat. Selbst im Falle wenn, hätte ich nur einen monatlichen Anspruch auf 1000€...

Beim Angebot der HUK, wäre ich sogar noch 30€ teurer dran :roll:
Für mich stellt sich an dieser Stelle die Notwendigkeit in den Vordergrund, da manch einer sogar der Meinung wäre, Fonds oder Aktien wären von dem Geld defintiv besser angelegt.

Was die Riester-Rente angeht, hatte ich noch nie...und gibt es das System in 40 Jahren überhaupt noch? Sprich, sieht man dann wirklich noch etwas für sein Geld?! Ebenso ist das Ganze noch nicht lang genug der Gesellschaft zur Verfügung gestellt worden, um langfristige Erfahrungsberichte ziehen zu können.

Für mich persönlich war die BU damals eher ein Zwang, der sich noch zu Zeiten, wo ich bei der Großmutter gelebt habe eingeschlichen hat, damit sie endlich Ruhe gibt, da diese ja so unbedingt nötig sei :wist

Mein derzeitiger Stand ist dieser, das ich Beides als absolut überflüssig und rausgeschmissenes Geld betrachte!
Meinungen hierzu sind an dieser Stelle erwünscht...

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#2

Beitrag von RedCougar » Di 2. Jul 2019, 21:21

Wenn man es sich irgendwie leisten kann, sollte man unbedingt ein Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen bzw. eine bestehende keinesfalls kündigen. Wenn man einen Versicherungswechsel mag, wird es nur teurer, da sich die Gebühr u.a. auch nach dem jeweiligen Eintrittsalter richtet. Kurze Faustformel bei Neuabschluss: Je älter, desto teurer. Wenn du also in jungen Jahren eine abgeschlossen hast und es dir irgendwie möglich ist, solltest du sie definitiv behalten. Neben der Haftpflicht die wichtigste Versicherung, noch vor der Hausrat.

Als ich vor ca. 20 Jahren meinen großen Unfall hatte, wusste ich nicht, ob ich jemals wieder so hergestellt werden könnte, dass ich in meinem Beruf weiter arbeiten könnte. Ich hatte zu der Zeit echt Existenzängste und möchte diese eigentlich nie wieder erfahren. Glücklicherweise hat sich alles zum Guten gewendet, aber war schon schlimm damals.

Was die Riester-Rente angeht ist das wiederum großer Kokolores - mittlerweile sogar ein amtlich bestätigter Flopp. Wirklich lohnen - damit meine ich, dass man nicht weniger herausbekommt, als man eingezahlt hat - tut sich die nur für Familien mit mind. zwei Kindern. Alle anderen haben bzw werden bei Fälligkeit ihr blaues Wunder erleben, da sich die vorgerechneten Summen zwar immer einigermaßen gut anhören, aber niemand dazu sagt, dass die Rente dann steuer- und sozialversicherungspflichtig ist und demzufolge noch enorm etwas abgezogen wird. Das gleiche gilt übrigens auch für die sogenannten Direktversicherungen oder Betriebsrenten. Hört sich immer alles toll an, von wegen man würde jetzt Steuern sparen, für das Alter vorsorgen etc. .... Nur was man jetzt spart, zahlt man bei Fälligkeit mehr an Abzügen. Wenn man da noch ein Plus-Geschäft draus macht, hat man Familie (s.o.) gehabt. Für die meisten wäre/wird es besser gewesen, sie hätten die Taler unter der Matratze gebunkert.

Aktien und Aktienfonds sind momentan wirklich nur etwas für Leute, die spekulieren wollen und es sich leisten können, ggf. auch einen Totalverlust zu riskieren. Für alle anderen nicht wirklich kundigen, ist diese Anlageform viel zu riskant.

Derzeit gibt es einfach keine wirklich guten Geldanlagen, außer man kauft sich ein Grundstück oder Haus in einer guten Lage. Da kann man noch mit guten Renditen rechnen. Kleine Eigentumswohnung in guter Lage reicht schon und dann nächstes Jahr wieder verkaufen. Schwups hat man rund 10 % Gewinn gemacht.
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#3

Beitrag von dailer91 » Mi 3. Jul 2019, 15:37

Kurze Faustformel bei Neuabschluss: Je älter, desto teurer. Wenn du also in jungen Jahren eine abgeschlossen hast und es dir irgendwie möglich ist, solltest du sie definitiv behalten. Neben der Haftpflicht die wichtigste Versicherung, noch vor der Hausrat.
Hier beginnt bei mir schon die Skepsis! Mit welcher Begründung kann man davon so überzeugt sein? Denn...
Laut Statistiken (die sowieso gewisse Normen einhalten müssen, somit sei die Echtheit dahingestellt), hat man eine 25%te Chance arbeitsunfähig zu werden, also jeder 4te, damit im ersten Augennblick theoretisch sehr hoch. Nun zur Praxis, im Falle wenn, dann zahlen ebenfalls effektiv rund 20-25% der Versicherungsunternehmen NICHT, nach gewissen Rankings gibt es sogar Unternehmen, wo gerade mal in 2/3 der Fälle zahlen, somit eine Gefahr von 33% besteht, das die Anträge abgelehnt werden!!!

Die hälfte an Versicherer lehnt sogar eine Preisgabe der aktuellen Leistungsdaten ab, warum wohl?

Hier mal ein sehr interessanter Artikel dazu:
https://www.stern.de/wirtschaft/versich ... 29072.html
Was die Riester-Rente angeht ist das wiederum großer Kokolores - mittlerweile sogar ein amtlich bestätigter Flopp. Wirklich lohnen - damit meine ich, dass man nicht weniger herausbekommt, als man eingezahlt hat - tut sich die nur für Familien mit mind. zwei Kindern.
Was die Rister angeht, lese ich auch überwiegend ähnliche Meinungen zu deiner.
Allein lohnt es sicht nicht, mehr für Familien gedacht usw. und da es versteuert werden würde wundert mich ebenso wenig, passt zu unserem Staat :)

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#4

Beitrag von RedCougar » Mi 3. Jul 2019, 19:02

Jede Rente wird versteuert und ist sozialabgabenpflichtig. Auch die, die auf deinem staatlichen Rentenzwischenbescheid steht. Dort ist auch nur eine Bruttoangabe, wo das noch runtergerechnet werden muss. Leider vergessen das viele, wenn sie die Zahlen sehen.
dailer91 hat geschrieben:
Mi 3. Jul 2019, 15:37
... Nun zur Praxis, im Falle wenn, dann zahlen ebenfalls effektiv rund 20-25% der Versicherungsunternehmen NICHT, nach gewissen Rankings gibt es sogar Unternehmen, wo gerade mal in 2/3 der Fälle zahlen, somit eine Gefahr von 33% besteht, das die Anträge abgelehnt werden!!!
Ist das nicht bei jeder Versicherung so oder ähnlich, egal ob Hausrat, Haftpflicht oder BU?
Dabei geht es da ja noch ... versuch mal was bei der Berufsgenossenschaft geltend zu machen :lol:

PS. Wusstest du, dass der Toilettengang in der Firma ein reines Privatvergnügen und nicht über die BG abgesichert ist?
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