nachhaltiger Komplettausbau von AGR und zugehöriger Peripherie

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tofish66
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nachhaltiger Komplettausbau von AGR und zugehöriger Peripherie

#1

Beitrag von tofish66 » So 26. Mai 2019, 21:41

Hallo zusammen,



wie es im Titel schon steht, plane ich bei meinem R4-Cougar im Zuge der Umrüstung von Serienkrümmer auf den Fächerkrümmer von Stoffler das neben dem Motor sitzende AGR-Ventil samt der messingfarbenen Leitung zum Krümmer dauerhaft zu entfernen.
Die Unterdruckleitung zum AGR-Ventil würde ich verschließen und irgendwo möglichst unauffällig anbinden.

Dennoch möchte ich meinen Cougar unbedingt auch weiterhin auf öffentlichen Straßen fahren, was eine bestandene AU zwingend voraussetzt.


Gegenwärtig ist mein AGR-Ventil vollständig stillgelegt, da dieses bei mir erhebliches Ruckeln im Teillastbereich verursacht hat und ich noch zu geizig für ein neues bin bei einem Teilepreis von 200€ aufwärts.
An einigen Stellen habe ich im Forum gelesen, dass das AGR-Ventil beim R4-Cougar nicht zwingend zum Bestehen der AU erforderlich ist, sondern dies lediglich eingebaut worden ist um den Spritverbrauch um ~0,5l/100km zu senken.



Meine zwei Fragen an Euch:

Ist es prinzipiell möglich in Kombination aus Fächerkrümmer mit Serienanlage und ohne AGR-Ventil bzw. mit stillgelegtem AGR-Ventil (ist im Ergebnis ja das Gleiche) die AU zu bestehen?
Hat vielleicht sogar einer schon Erfahrungen mit genau dieser Kombination sammeln können?

Ist es möglich, das AGR-Ventil samt Peripherie auszubauen ohne dass dies Einfluss auf das Motorverhalten hat, wenn das AGR-Ventil zuvor sowieso schon stillgelegt worden ist?

Selbstverständlich müssten beim Ausbau alle entstehenden Öffnungen korrekt und dauerhaft verschlossen werden, um zu verhindern, dass Fremdkörper an Stellen gelangen, an denen diese nichts zu suchen haben.



Wie stets vielen Dank für Eure Hilfe!
Viele Grüße
Euer Tom

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#2

Beitrag von RedCougar » Mo 27. Mai 2019, 08:08

tofish66 hat geschrieben:
So 26. Mai 2019, 21:41
...
An einigen Stellen habe ich im Forum gelesen, dass das AGR-Ventil beim R4-Cougar nicht zwingend zum Bestehen der AU erforderlich ist, sondern dies lediglich eingebaut worden ist um den Spritverbrauch um ~0,5l/100km zu senken.
...
Die erste Behauptung ist korrekt, aber die zweite nicht ganz. Die Abgasrückführung wurde eingebaut, um die bessere Abgasnorm D3 zu erhalten. Der relevante Wert für den Erhalt der Abgasnorm (Stickoxid) wird bei der AU nicht überprüft, sondern (bisher) nur die Lambda-Werte und der Kohlenmonoxidgehalt. Daher wird die AU auch mit defekter (das Wort benutze ich bewusst) AGR bestanden.

Sinn der AGR ist, die Verbrennungstemperatur im Teillastbereich abzusenken und die Stickoxidemissionen (die bei der AU nicht gemessen werden) zu verringern. Ohne die AGR hätte der Cougar der ersten Generation vermutlich nur die Abgasnorm Euro2 erhalten. Das durch den Einsatz einer AGR und der daraus resultierenden Temperatursenkung etwas weniger Sprit verbraucht wird, ist lediglich ein schöner Nebeneffekt. Sollten die Bedingungen der AU vllt mal geändert werden und auch Stickoxid gemessen werden (was bei den aktuellen Diskussionen ja nicht utopisch ist), würden die Cougar der ersten Generation die AU ohne AGR vermutlich nicht mehr bestehen.

Ich würde mich hüten, die AGR komplett zu entfernen, denn wenn irgendein Offizieller mal einen Blick darauf werfen mag und sie gänzlich fehlt, darfst du den Wagen an Ort und Stelle stehen lassen, bekommst u.a. eine strafrechtliche Anzeige wegen Steuerhinterziehung und das ganze auch noch mit Vorsatz. Dann darfst du beweisen, dass der Cougar auch ohne AGR die Abgasnorm D3 einhält. Das lässt sich (wenn überhaupt) leider nur durch ein großes Abgasgutachten bewerkstelligen, was leicht einen mittleren vierstelligen Betrag kostet. Das spätere Cougar die AGR nicht mehr verbaut haben, ist in diesem Fall kein Argument. Bei den späteren Cougar wurde im gleichen Zuge ja noch mehr modifiziert / optimiert, dass er trotz dem Wegfall der AGR die Abgasnorm D4/E4 erhalten konnte.

Was anderes ist es, wenn sie nur defekt ist. Dann gibt´s nen einfachen Mängelschein und man hat 14 Tage zur Behebung Zeit - von der kleineren Bußgeldhöhe mal ganz abgesehen.
Bitte stellt eure Fragen zu technischen Problemen im Forum und nicht per PN. Danke!
Und nur keine Angst: Es gibt keine dummen Fragen ... nur dumme Antworten.


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#3

Beitrag von tofish66 » Mo 27. Mai 2019, 21:33

Ah okay.

Dann werde ich das nochmal überdenken. :roll:


Vielen Dank für die Erklärung und die Empfehlung! :upup:
Viele Grüße
Euer Tom

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